Neue Woche im Ego-Journal: 2.-8. Februar 2024

Fazit dieser Woche

  • Seitdem ich meinen eigenen Erfahrungen mehr Bedeutung gebe als angelesenem Wissen, bin ich entspannter und freier.
  • Grandiose Erfahrung, wenn „es von selbst schreibt“.
  • Ich habe bewusst eine Verstandesattacke ignoriert = grosser Erfolg!
  • Der echte Spass beginnt dann, wenn ich kompromisslos den Weg gehe, der mich anzieht.

Selber erlebt vs. aufgestülptes Wissen

Freitag, 02. Februar 2024

Wieviel ich doch schon gelernt habe, das rein gar nichts mit meinem Leben zu tun hat.

Aufgestülptes Wissen. Leblos.

Dabei wurde ich erst lebendiger, als ich meinen eigenen Erfahrungen mehr Gewicht gab.

Seitdem ich erst für relevant halte, was ich selber erlebt habe, bin ich entspannter und freier.

Gilt vor allem auch für Dinge, die ich in der Presse (egal welcher Richtung) lese. Oder was ich in Schulbüchern für „wahr“ aufgenommen habe.

Samstag, 03. Februar 2024

Magie beim Newsletter-Schreiben

Schon seit einigen Tage stresste mich der Gedanke, dass ich den Newsletter morgen verschicken will. Was soll ich denn bloss schreiben? Irgendwie habe ich mit dem diesem Newsletter noch nicht so recht eingespurt, aber ich weiss, dass es richtig ist, dranzubleiben.

Und dann passiert Folgendes:

Ich schreibe etwas, was mir aus dem Ego-Journal 03/2024 aufgefallen ist, und plötzlich nimmt der Text eine Wende, die ich so gar nicht geplant hatte:

  • Mir wird plötzlich klar, warum mir das Job-Aussteiger-Coaching nicht mehr so richtig behagt.
  • Daraufhin schreibt es mir aus der Hand, wie ich es stattdessen lieber hätte.
  • Klarheit, die ich seit langem gesucht hatte.

Das sind haargenau die Momente, die der Verstand nicht zustande bringt. Oder anders gesagt: sowas geht nur, wenn der Verstand nicht reinfunkt. „Es hat geschrieben“ – damit hatte ich (der Körper mit Ego namens Doro) nix zu tun.

Magie.

Sowas passiert mir höchst selten.

Ich bin verdutzt, aber vor allem hingerissen von der Leichtigkeit dieses Moments.

Sonntag, 04. Februar 2024

Tokkoh-Kurs

Erst vor ein paar Monaten hörte ich das Wort Tokkoh zum ersten Mal.

Eine nahe Freundin nahm an einem einwöchigen Kurs teil und war begeistert. Die Veränderungen, die das Erleben des Tokkoh mit sich bringt, sind beeindruckend. Sie sagt, dass man den Tokkoh nicht erklären kann, man muss ihn erleben.

Auf der Webseite des Tokkoh-Kurses steht:

„Am TOKKOH wirst du wahrscheinlich nicht alle „Probleme“ lösen, aber viele dieser „Probleme“ werden sich in Luft auflösen.“

Im Gespräch mit meiner Freundin stelle ich fest: die Prinzipien des Tokkoh-Kurses sind ähnlich zu dem, was ich selber (dank Stefan Hiene) in diesem Ego-Journal versuche:

Erkennen, wie mein Leben, meine Umgebung, meine Welt wirklich ist, indem ich meine eigenen Gedanken hinterfrage und programmierte Muster ablege.

Montag, 05. Februar 2024

Zweifel (#378)

Heute wollen wir mal wieder ein wenig zweifeln. Lassen wir den Verstand gleich zu Wort kommen und seinem Gegenstand der Sorge Ausdruck verleihen:

„Wenn du ja jetzt auf dem Blog die ganze Zeit nur von dir schreibst, was ja niemanden ernsthaft interessieren kann, dann solltest du wenigstens im Newsletter Mehrwert liefern. Aber der gestrige Newsletter war auch wieder nur Ich, ich, ich. So von wegen Magie! Was daran soll denn bitte magisch sein? Du breitest da einfach aus, wie du wieder deine Meinung geändert hast, was du ja ohnehin alle zwei Wochen tust.

Echt jetzt? Das ist ja nur peinlich, was du da rauslässt. Ich bin sicher, dass sich die Hälfte der Abonnenten vom Newsletter abgemeldet hat, aber du hast ja nicht mal den Mut, die Zahlen anzuschauen.

Und du nennst das „mein Business“? Was soll denn an so einem Tagebüchlein bitte Business sein? Peinlich. Nur peinlich.“

Na, wenn er meint…

Ich bin natürlich wieder drauf und dran, mich davon beeindrucken zu lassen, aber ich würde sagen, dass jetzt mal was Neues angesagt ist, nämlich:

Einfach weitermachen, Verstandesgeschwafel ignorieren.

Dienstag, 06. Februar 2024

Namenstag

Heute ist mein Namenstag. Dorothea.

Ich mochte den Namen nie. Zu altmodisch, zu steif, zu sehr Bibliothekarin.

Als Jugendliche ist es nicht besonders cool, wenn man den Namen einer alten Tante trägt.

„Tante Dorothee, haha“, hörte ich in der Schule oft.

In den 80er-Jahren war der Name wegen der Buchreihe „Der kleine Vampir“ überall bekannt. Damit wurde ich durch meine ganze Jugendzeit aufgezogen. Ob es nett gemeint war, weiss ich bis heute nicht.

Verrückt ist einfach, welchen Einfluss so ein Name auf die eigene Identität hat.

Jetzt weiss ich natürlich nicht, ob ich eine entspanntere Identität aufgebaut hätte, wenn ich „Jessica“ oder „Mina“ oder „Romina“ oder dann halt wenigstens „Nicole“ geheissen hätte – Namen, die ich damals cool fand.

Dafür weiss ich, dass ich mich seit ich mich erinnern kann, irgendwie altmodisch, alt oder sonst merkwürdig fand.

Nicht dazu gehörig. Seltsam. Alien.

Das ist das Werk des Verstandes. Der hat irgendwann beschlossen, dass mein Name peinlich ist, und so habe ich dann also mein Selbstbild aufgebaut. Bestimmt nicht nur wegen des Namens, aber halt auch.

Es hat Jahre gedauert, bis mir das erst mal bewusst wurde und weitere Jahre, um diesem aufgeblasenen Problem die Luft rauszulassen.

Heute mag ich meinen Namen fast. Ich bin ja schliesslich auch schon seit 25 Jahren Tante, und das passende Alter habe ich auch erreicht.

Besonders schön finde ich aber die Bedeutung von Dorothea: Gottes Geschenk.

Mittwoch, 07. Februar 2024

Grau

Heute ists grau, und entsprechend gestaltet sich der Tag.

Die Abhängigkeit vom Wetter ist natürlich Mist, und trotzdem spüre ich einen grösseren Einfluss auf meine Stimmung als mir lieb ist.

Ich stolpere durch meine Arbeit und finde alles öde und doof, bis mir einfällt, dass das ja wieder mein Kollege Verstand ist, der mir so zusetzt. Dauert ja manchmal echt lange.

Heisse Schokolade in der Bar, langer Spaziergang am Meer, und das Leben hellt wieder auf.

Zur Krönung habe ich ein sehr schönes Gespräch mit einer Frau, die ich bisher nicht kannte. Dankeschön.

Donnerstag, 08. Februar 2024

Wann beginnts denn eigentlich…?

Im Gespräch mit jemandem, die aktuell in einem freudlosen Job festhängt und nicht so recht weiss, wie sie da rauskommen soll, höre ich diesen Satz:

„Ich warte immer darauf, bis das Leben endlich losgeht.“

Weil ich jetzt doch schon ein paar Jahre frei lebe, habe ich den Satz schon fast wieder vergessen, aber als ich ihn höre, kommt sofort wieder dieses dumpfe Gefühl in mir hoch. Eine kuriose Mischung aus Resignation und Hoffnung.

Dieses klare Wissen, dass jetzt gerade nicht das Leben stattfindet, das ich mir eigentlich wünsche, aber auch nicht zu wissen, wie es denn anders gehen sollte.

Oder mal etwas direkter gesagt:

Wenn wir zwar wissen, was es zu tun gäbe, aber nicht den Mut haben, es zu tun. 

Dann verschieben wir dieses Wunschleben einfach immer wieder auf…

  • nächste Woche
  • nach den Ferien
  • nach dem Winter
  • wenn die Kinder gross sind
  • sobald ich eine Idee habe, wie es gehen soll

Idealerweise kommts ganz von alleine und fädelt sich so ein, dass ich plötzlich merke, hach, jetzt beginnt sich mein Leben in die Richtung zu verändern, wo ich immer hin wollte.

Nur – das ist uns ja allen klar – geschieht das so gut wie nie.

Das Leben beginnt dann, wenn wir uns dafür entscheiden. Trotz Angst, trotz Keine-Ahnung-wie-das-gehen-soll, trotz schreiendem Umfeld und brüllendem Verstand: „Tus nicht!“

Das Leben, das ich mir immer wünschte, begann an dem Tag, als ich mich traute,

  • meinen Job zu kündigen
  • die finanzielle Pleite zu riskieren
  • immer mehr von dem zu machen, was ich liebe (bloggen, Rad fahren, an der Sonne sein)

Ja, alles gleichzeitig.

Mit oder ohne Plan, spielt gar nicht so die grosse Rolle.

Es geht nur darum, endlich das zu tun, was du WIRKLICH möchtest – dann beginnt auch das Leben wieder zu fliessen.


Danke für dein Interesse ❤️