Neue Woche im Ego-Journal: 22.-28. März 2024

Fazit dieser Woche

  • „Genug Geld“ habe ich dann, wenn es mich nicht mehr stresst.
  • Umsetzen, was ich wirklich will, geht so: ein Schritt nach dem anderen. Es gibt keine Abkürzung. Der schnellste Weg ist: heute den ersten Schritt machen.
  • Der Job-Ausstieg hat eine unangenehme Konsequenz: die stetige Entfernung von der altvertrauten Welt und damit manchmal auch von Freunden und Familie. Vorteil davon: du kommst dir selbst immer näher.
  • So viele Gründe, den freudlosen Job zu verlassen. Nur EIN gemeinsamer Grund, es nicht zu tun: Geld.

Wieviel Geld ist genug?

Freitag, 22. März 2024

Geld wird unwichtig, wenn man genug hat.

Fragt sich eben nur, wieviel Geld denn „genug Geld“ ist?

Für mich persönlich definiere ich es so:

Ich habe genug Geld, wenn mich der Gedanke daran nicht mehr stresst.

Interessanterweise ist das nicht an einen festen Betrag geknüpft, sondern hat nur mit meinen Gedanken und Gefühlen zu tun, die ich habe, wenn Geld ins Spiel kommt. Das hat sich in den letzten Jahren massiv verschoben.

Als ich noch angestellt war und ein gutes monatliches Schweizer Einkommen hatte, war ich fast permanent gestresst von Geld. Dauernd hatte ich das Gefühl, zu viel auszugeben, weil ich es doch sparen musste für mein freies Leben einst in der Zukunft. Ich war massiv im Mangel.

Nach sehr (sehr!) viel Beobachten meiner Gedanken und auch Aufschreiben dieser Gedanken im Geld-Blog, hat sich mein Verhältnis zu Geld sehr entspannt, obwohl ich seit meinem Job-Ausstieg viel weniger Einkommen habe als damals.

Es darf immer ein bisschen mehr sein, aber ich bin entspannt genug, um zu sagen: Ich habe genug Geld, um zu merken, dass es mir nicht mehr wichtig ist.

Meistens 😉

Samstag, 23. März 2024

Wie setze ich um, was ich will?

Am 18. Februar schrieb ich darüber, dass „Ich weiss nicht, was ich will“ meistens nicht wahr ist, liess aber die Frage offen, wie man denn dann umsetzt, was man wirklich will.

Die kurze Antwort: TUN

Die längere Antwort:

Beginne zu tun, was du eigentlich tun möchtest. Wenn du noch in einer Anstellung bist, kannst du vielleicht die Stunden reduzieren und dich in dieser freie Zeit dem widmen, was du gerne tun möchtest.

Ein Beispiel: Du bist noch angestellt in einem Büro, träumst aber davon, dein eigenes Café zu haben, wo du Kulturveranstaltungen durchführen kannst.

Du reduzierst auf eine 80%-Anstellung und hast dadurch einen Tag zur Verfügung.

Suche dir ein Café, in dem du 1 Mal pro Woche aushelfen kannst. Probiers aus. Mach das mal ein Jahr lang und schau, was dir daran gefällt, was weniger. Prüfe, ob dein Traum immer noch so hell leuchtet – oder ob sich daran etwas verändert hat nach dieser ersten Erfahrung.

Beginne mit kleinen Schritten, so dass nicht schon vor dem ersten Schritt scheiterst.

Wenn du heute vom eigenen Café träumst, aber noch nie im Gastgewerbe gearbeitet hast, scheint das Vorhaben „mein eigenes Café haben“ viel zu gross bis unmöglich, womit du bald wieder im „Ich weiss nicht, was ich will“-Sumpf landest. Hingegen ist es durchaus machbar, 1 Mal pro Woche in einem Café zu arbeiten, oder?

Das gilt auch für Träume bezüglich Leben im Süden: probiers doch mal einen Monat aus, ob es dir an deinem Traumort wirklich so gut gefällt.

Oder wenn du vom Schreiben leben möchtest: schreib täglich, am besten öffentlich. Schreib, um des Schreibens Willen. Versuch nicht sofort, damit Geld zu machen, sondern schwing dich in dieses Schreib-Gefühl ein.

Wenn du einen Traum hast, von dem du nicht weisst, ob er funktioniert, gehts nur übers Probieren. Lange darüber nachsinnen und heisse Pläne machen, hält deinen Verstand in Schwung, ändert aber an deiner Situation überhaupt nichts.

Darum: leg los mit dem, was du wirklich tun möchtest!

Sonntag, 24. März 2024

Mehr ich selbst

Der Satz „Also, manchmal bist du so negativ“, den ich mir letzte Woche bei meinem Schweiz-Besuch eingefangen hatte, ist noch nicht verdaut.

Oder ganz allgemein das Gefühl, bei gewissen Freunden und Familienmitgliedern in der Schweiz nicht mehr ganz dazu zu gehören.

Während ich so darüber brütete, was ich „falsch“ gemacht habe oder wie ich mich nächstes Mal „besser“ verhalten könnte, ging mir ein Licht auf:

  1. Mit dem Job-Ausstieg bin ich gleichzeitig aus einem Teil der Welt meiner Familie und Freunde ausgestiegen.
  2. Ich vernetze mich mehr und mehr mit anderen Job-Aussteigerinnen. Wir alle sind auch ein Stück weit System-Aussteigerinnen, was ich ja gar nicht mehr so richtig wahrnehme, weil ich immer weniger Kontakt habe zu Menschen aus der „alten“ Welt.
  3. Der geographische Abstand von diesen Menschen gibt dem ganzen noch einen Schlag obendrauf.

Bedeutet: Total verständlich, dass mich die Daheimgebliebenen immer weniger verstehen und meine Ansichten manchmal als negativ oder merkwürdig betrachten.

Das Grandiose daran: Ich merke, wie ich immer mehr zu der Frau werde, die ich wirklich bin. Mutiger, klarer, gelassener.

Merke also, wenn du aus deinem freudlosen Job aussteigen möchtest: auch das Entfremden von der altbekannten Welt kann eine Konsequenz des Job-Ausstieg-Pakets sein. Die ungewünschten Nebenwirkungen sozusagen. Dafür gibts viel mehr Raum für DICH selbst!

Montag, 25. März 2024

Richtig bloggen

Ich merke gerade beim täglichen Schreiben hier im Ego-Journal, dass ich auch wieder Lust auf „richtige“ Blog-Artikel habe. Diese kurzen Gedanken hier machen mir zwar Spass zum Schreiben, mit ist aber auch wieder nach etwas mehr Tiefgang.

Dienstag, 26. März 2024

Immer mehr Menschen wollen raus

Kann sein, dass es an meiner sozialen Bubble liegt, dass ich das so wahrnehme, aber ich habe den Eindruck, dass das Thema Job-Ausstieg bei immer mehr Menschen brennt.

Die einen, weil sie es körperlich fast nicht mehr schaffen, dem krassen Druck in der Arbeitswelt stand zu halten.

Andere, weil sie die Nase voll haben von den ewigen Strategiewechseln, neuen Systemen, neuen Prozessen, neuen Formularen. So viel Administration, so wenig, was sie wirklich belebt.

Es gibt auch jene, die immer klarer sehen, wie sie in dieser Arbeitswelt verheizt werden und sich nach Sinn sehnen.

Die wichtigsten Gründe für den Job-Ausstieg sind vermutlich:

  • Burn-out, körperliche Erschöpfung
  • Das Gefühl von ferngesteuert sein, nicht mehr Meisterin des eigenen Lebens
  • Fehlender Sinn
  • Sehnsucht nach Selbstverwirklichung
  • Sehnsucht nach Freude am Sein und Tun

Und was hindert sie daran? Tat-aaa, das ewig übliche Thema: das Geld.

Mittwoch, 27. März 2024

Gratwanderung

Jeder Bereich des Lebens ist ein Gratwanderung:

Action – Ruhe

Arbeit – Pause

Tun – geschehen lassen

Menschennähe – Alleinsein

Sich um andere kümmern – Sich um sich selbst kümmern

Produzieren – konsumieren

Wissen aneignen – der inneren Weisheit folgen

… – …

Das Leben dreht sich im Grunde immer darum, zwischen diesen Polen zu balancieren. Sobald ich irgendwo auf die eine Seite abrutsche, fühlt sich „irgendwas“ nicht mehr rund an.

Donnerstag, 28. März 2024

Schafe und Hühner

Manchmal (heute!) habe ich so genug von all dem Computerzeug, dass ich am liebsten irgendwo in ein Bergdorf verschwinden würde, um dort auf einem Bauernhof anpacken zu helfen. Ich habe keinerlei Begabungen für Praktisches, aber ich nehme mal an, dass ich gewisse Dinge lernen könnte.

Dann kommt die Sehnsucht auf nach unserem eigenen kleinen Haus mit grossem Gemüsegarten, ein paar Schafen, Ziegen und Hühnern – und das wäre dann unser Leben. Weit weg von Social Media, Newsletter, Authentifizierung, Passwörter verwalten und Mails beantworten.

Ja, heute ist so ein Tag, an dem ich am liebsten meine versammelte Gerätschaft im Meer versenken würde.


Danke für dein Interesse ❤️