Neue Woche im Ego-Journal: 16.-22. Februar 2024

Fazit dieser Woche

  • Jeder Tag ist ein Tag weniger von der Lebenszeit, die mir bleibt
  • Wir wissen immer, was wir wollen (um das auch wieder mal gesagt zu haben)
  • Problemorientierte Sichtweise macht alles so viel schwerer

Die neue Saison kommt

Freitag, 16. Februar 2024

Frühling liegt in der Luft. Man merkts schon daran, dass viel mehr Touristen unterwegs sind. Die Bus-Ausflügler sind da, spazieren von Alassio dem Meer entlang nach Laigueglia, trinken Kaffee und spazieren zurück.

Schön, ich mags, dass wieder mehr Leben aufkommt.

Die Bars öffnen, die im November ihre Türen verschlossen hatten, Restaurants werden herausgeputzt, neue Storen montiert – Vorbereitungen für die kommende Saison.

Zwar ist die Luft noch kalt, aber die Ankunft des Frühlings ist deutlich spürbar. Wie ich diese Zeit liebe!

Oster-Vorboten in Alassio
Oster-Schaufenster in Alassio

Samstag, 17. Februar 2024

Jeder Tag…

… ist ein Tag weniger.

So ists, auch wenns nicht so nett klingt.

Jeder Tag ist ein Tag weniger, der mir von meinem Leben bleibt.

Logisch, dass ich dann doch das Beste aus jedem Tag mache.

Fertig mit Warten, bis es endlich losgeht.

Es ist schon lange losgegangen.

Das Leben läuft.

Sonntag, 18. Februar 2024

Was will ich?

Und wieder eine Frau, die mir schreibt, dass sie sich in meinem Artikel Ich weiss nicht, was ich will wieder erkennt.

Bei solchen Nachrichten wanke ich zwischen:

  1. Ich freue mich, dass dieser Artikel so viel Resonanz bekommt.
  2. Es tut mir leid, wenn jemand noch in diesem Dilemma drin steckt.

So hoffe ich einfach, dass dieser Artikel einen kleinen Schubs geben kann, um anzuerkennen:

Wir wissen immer, was wir wollen. Aber oft wissen wir nicht, wie wir das, was wir wollen erreichen sollen. Darum überspringen wir dieses Wissen und verstecken uns hinter dem „Ich weiss nicht, was ich will“.

Ich weiss, dass das für dich, wenn du noch in diesem Nicht-Wissens-Sumpf feststeckst, erst mal wie ein Hohn klingt. Und ob du nicht weisst, was du willst! Jahrelang hast du versucht, es herauszufinden, und kommst einfach nicht dran heran.

Ja, ich kenne das wirklich-wirklich-wirklich. Genau darum sage ich dir:

Es stimmt nicht!

Du weisst es. Auch wenn es nur ist: Ich will einen Job, der mir mehr Freiheit, mehr Leben, mehr Geld, mehr Sinn, mehr Freude bringt.

DAS weisst du, und DA geht es lang!

Wie? Das ist eine andere Frage, mit der ich mich in einem späteren Eintrag beschäftige.

Montag, 19. Februar 2024

Pause

Der Tag war voll mit Gesprächen, nichts geschrieben.

Dienstag, 20. Februar 2024

Problembewusst

Ein Bekannter ist daran, sich eine neue Wohnung zu kaufen, in die er sich auf den ersten Blick verliebt hatte.

Sein Problem: er hat mit der vermittelnden Agentur vereinbart, dass er die Wohnung bis Juli bezahlt.

Dafür muss er aber seine aktuelle Wohnung verkaufen, was nicht ganz einfach ist, weil sie abgelegen und ziemlich speziell ist. Für Menschen, die sowas lieben. Und die muss er halt erst mal finden.

Jetzt redet er permanent davon, wie schwierig es ist, diese Wohnung zu verkaufen und dass er den Preis senken muss und dass er dann eine Hypothek aufnehmen muss für die neue Wohnung und dass das alles ganz kompliziert ist und dass ihn das hernimmt und dass ihn die Agentur mit einer fehlenden Information gelinkt hat und dass…

Kurz: er hat sich eine Situation kreiert, die ihn belastet. Anstatt dass er sich über die Wohnung freut, in die er bald einziehen wird, sieht er nur das Problem, die alte Wohnung zu verkaufen.

Er ist ausschliesslich problemorientiert.

Als ich ihn dann frage, ob er sich überhaupt auf die neue Wohnung freut, ändert sich plötzlich der Gesichtsausdruck und er sagt strahlend: „Oh ja, das ist genau die Wohnung, die ich immer wollte!“

Konzentrier dich doch DARAUF, dann geht bestimmt alles leichter! (Habe ich selbstverständlich nicht gesagt).

Mittwoch, 21. Februar 2024

Arbeit im Spital

Unterwegs in einer italienischen Stadt. Ich begleite jemanden ins Krankenhaus und warte während seines Termins in der Cafeteria.

Da kommen Erinnerungen an meiner Arbeitsjahre in der Unispital-Bibliothek hoch.

Nicht nur schlecht. Ich habe es nämlich immer geliebt, in so einem vielfältigen Umfeld zu arbeiten. Mitarbeitende aus aller Welt und aus allen Berufsgruppen. Das ist spannend.

Gleichzeitig aber auch das Anstehen für einen Kaffee, wenn ich nur 15 Minuten Pause habe.

Die warme Morgensonne, aber ich trete in den düsteren Bau und weiss, dass ich erst am Mittag kurz zurück an die Sonne kann, und dann abends wieder (falls sie dann noch scheint).

Die Unternehmungslust beim Anblick der vielen spannenden Menschen, aber ich werde den ganzen Tag in den Bildschirm blicken und kaum mit einem Menschen sprechen.

Immer die gleiche Routine, obwohl ich so viele Ideen hätte, was ich Inspirierendes tun könnte.

So lange stillsitzen.

Heute geniesse ich den Aufenthalt in der Spital-Cafeteria umso mehr, weil ich frei bin, zurück in die Morgensonne zu treten.

Donnerstag, 23. Februar 2024

Arbeiten auf der Autobahn

Lange, wilde Autobahn-Fahrt gestern Abend. 3 Stunden im Dunkeln von Baustelle zu Baustelle, die zuweilen nicht sonderlich gut markiert sind, oder die Gegenspur blendet. Zudem war ab und zu eine Tafel mit irgendwas von „gesperrt von 21 bis 5 Uhr“, und es war schon 20.37 Uhr oder so.

Beim Halt auf der Autobahn-Raststätte dann eine Ansammlung von Arbeitern, die offensichtlich zu dieser Zeit ihren Dienst antraten. Nicht nur Junge, sondern auch über 50-Jährige, die richtig verbraucht aussahen. Weiss im Gesicht, müde.

Sie begannen ihre Schicht nachts, bei stürmischem Wetter, auf der Autobahn.

Für mich eine Horrorvorstellung, für sie tägliche Realität.

Manchmal bin ich schon fassungslos, was wir alles tun (müssen?), um Geld zu verdienen.


Danke für dein Interesse ❤️