Zwar versaut dir dein aktueller Job bereits den Sonntag Nachmittag, weil er dir mittlerweile so zuwider ist, und trotzdem schaffst du es nicht, dich davon zu befreien. Du glaubst, zu wenig Geld zu haben, um auszusteigen oder weisst einfach nicht, was du denn sonst machen sollst? Vermutlich sitzt du mindestens einem der folgenden 7 Irrtümer über den Hamsterrad-Ausstieg auf, die sich in deinem Kopf und Unterbewusstsein breit gemacht haben. Prüfe doch mal, ob darunter ein grosser Bremser sitzt.

Irrtum 1: Ausstieg bedeutet: Job kündigen und neuen Job suchen

Wenn du jeden Tag grau und sinnlos erlebst, weil dir deine Arbeit so gar keine Freude mehr macht, ist die Versuchung gross, einfach einen anderen Job zu suchen. In der Hoffnung, dass sich alles in Minne auflöst und sich das Problem mit deiner Arbeit so erledigt.
Das kann tatsächlich helfen, wenn nur ein einzelner Faktor deiner Arbeit im Argen liegt. Vielleicht leidest du schlicht unter einem zu langen Pendlerweg, und eine Stelle in deiner Wohnnähe würde das Problem lösen.

Wenn du aber mehrere Symptome eines Hamsterrad-Jobs an den Tag legst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass da noch mehr Gründe für deine Unzufriedenheit sind. Diese zu erforschen, bevor du einen schnellen Jobwechsel vornimmst, würde ich dir sehr empfehlen. Weil du sonst ganz leicht in der nächsten freudlosen Job-Situation landest – in einer leicht abgeänderten Variation, die aber bald wieder im alten dumpfen Gefühl endet.

Tipp 1: Reflektiere gut, warum du deinen Job nicht magst und was du wirklich möchtest, bevor du zur nächsten Arbeitsstelle springst. Ein echter Hamsterrad-Ausstieg bedeutet, dass du das hinter dir lässt, was nicht zu dir passt und auf das hin zielst, was dich wirklich erfüllt.

Irrtum 2: Ich muss etwas komplett Anderes machen

Das ist das andere Extrem von Irrtum 1. Ein Hamsterrad-Ausstieg muss nicht zwingend bedeuten, dass du alles hinwirfst und von Grund auf neu beginnen musst. Schau dir einmal die Checkliste der beruflichen Erfüllung an und prüfe, welche Faktoren deiner Arbeit dir grundsätzlich gefallen und welche nicht. Da wirst du auch Aspekte finden, die sehr in Ordnung sind, die du gern machst und deinen Talenten entsprechen.

Wirf also nicht alles in die Tonne, das du dir bisher aufgebaut hast, sondern identifiziere die Dinge, die du auf keinen Fall mehr haben willst und welche neu hinzukommen müssen, bis du einen richtigen Traumjob entworfen hast.

Ich hatte zum Beispiel grösste Mühe mit der ewig gleichen Routine und der beschränkten Flexibilität bezüglich Arbeitsort und -zeit. Anders gesagt: ich wollte maximale Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Das machte mir klar, dass ein klassischer Angestelltenjob für mich nicht ideal ist. Mit dem eigentlichen Jobinhalt hatte das aber nichts zu tun, das waren nur äussere Bedingungen. Tatsächlich stimmte bei mir aber auch der Arbeitsinhalt nicht, darum musste ich einen grundlegenden Wandel durchlaufen, um zu meinem Traumjob zu kommen. Das muss aber nicht bedeuten, dass du das auch musst. Unterscheide also auch Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalte.

Tipp 2: Identifiziere die Faktoren, die du bei deiner Arbeit nicht mehr haben willst und jene, die du dir sehnlichst wünschst und entwirf dir deinen Traumjob.

Irrtum 3: Ich muss alles sofort kündigen und neu starten

Nein, das musst du nicht. Möglich wäre zum Beispiel ein Teilzeit-Ausstieg. Reduziere, wenn du kannst, dein aktuelles Stellenpensum auf so wenig wie möglich und so viel wie nötig, damit deine Grundkosten gedeckt sind.

In diesem Irrtum kommt es etwas darauf an, zu welchem Aussteiger-Typ du gehörst:

  1. Du brauchst etwas Druck, damit du dich bewegst. Du arbeitest effizienter und motivierter, wenn die Zeit drängt und sich dein Kontostand gegen Null bewegt.
    → Für dich könnte es ganz gut sein, ins Blaue zu kündigen, weil du so richtig in Schwung kommst und sich deine Kreativität erst so richtig entfaltet.
  2. Wenn Druck aufkommt, bist du so gestresst, dass du kaum mehr geradeaus denken kannst. Um gut arbeiten zu können, musst du den Rücken frei haben von existenziellen Fragen und dich sicher fühlen.
    → Mach dir erst einen guten Plan für deinen Hamsterrad-Ausstieg, bevor du deinen Job kündigst. Einen Schritt-für-Schritt-Geldverdien-Plan, der dir die Sicherheit gibt, dass du nach der Kündigung deines aktuellen Jobs nicht unter der Brücke landest 😉

So oder so brauchst du keinesfalls gleich alles zurückzulassen und aufzugeben, was dir lieb ist, um dich auf den Weg zu deiner erfüllenden Arbeit an deinem Herzensort zu machen.

Tipp 3: Manchmal machen schon kleine Veränderungen einen grossen Unterschied. Womöglich brauchst du bloss zu deinen Arbeitsbedingungen etwas Neues auszuhandeln, und schon entspannt sich die Situation? Prüfe das unbedingt, bevor du gleich alles hinwirfst!

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Du willst dir ein zweites Standbein aufbauen – oder überhaupt deinen Job kündigen, um zeit- und ortsunabhängig zu leben.

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Irrtum 4: Ich muss mich für etwas Neues entscheiden, ohne es zu kennen

Ich rate dir dringend, so viel wie möglich auszuprobieren, bevor du deinen Job planlos kündigst.

Hier sind 2 Möglichkeiten, um Neues auszuprobieren:

  1. Teilzeit-Ausstieg: Du reduzierst dein Arbeitspensum und nutzt die neu gewonnene Freizeit, um Tätigkeiten auszuprobieren, die dich interessieren.
    ♦ Du möchtest mit Kindern arbeiten? Kannst du einige Stunden pro Woche in einer Krippe helfen?
    Du möchtest vom Schreiben leben? Bau dir nebenher ein Standbein als Texterin auf und teste, wie es läuft und ob dir das gefällt.
    ♦ Du möchtest als Selbstversorgerin komplett aussteigen? Hilf regelmässig bei einer Bäuerin in deiner Nähe, um alles von ihr zu lernen.
  2. Ausstieg auf Probe: Wenn du mal über eine längere Zeit testen willst, ob das Leben, das du dir erträumst, tatsächlich so wundervoll ist, dann versuch mit deinem Arbeitgeber zusätzliche Ferienwochen auszuhandeln. Entweder unbezahlt, oder vielleicht kannst du dein Teilzeit-Pensum auch blockweise absolvieren, so dass du immer wieder mal mehrere Wochen am Stück frei bekommen kannst.
    Und dann gehst du dorthin, wo du leben möchtest und tust das, was du dir sehnlichst wünschst.

Ich habe meinen Wunsch nach ortsunabhängigem Arbeiten auch mehrere Male ausgetestet. Ich wollte Reisebloggerin sein und mir mein Leben damit und auch von unterwegs finanzieren. Auf verschiedenen Fahrrad-Reisen habe ich dann festgestellt, dass das Arbeiten auf Tour für mich nicht wirklich funktioniert, sondern dass ich einen guten Arbeitsplatz brauche. Auch wurde mir irgendwann klar, dass ich nicht in nützlicher Frist meinen Blog monetarisieren könnte.

Es war wichtig, diese beiden Einsichten schon zu haben, bevor ich meinen letzten Angestellten-Job kündigte. So konnte ich mir einen anderen Plan zurechtlegen – Geld verdienen als Texterin und Reisejournalistin – mit dem ich schliesslich aus dem Hamsterrad springen konnte.

Tipp 4: Erprobe dein Wunschleben und deinen Traumjob, bevor du planlos aus dem Hamsterrad springst.

Irrtum 5: Wenn ich ganz aussteige, muss ich mich selbständig machen

Ein Irrtum, der mich ganz lange im Hamsterrad festgehalten hat. Er kam verhüllt als “Ich weiss nicht, was ich will” zutage. Ich wusste im Grunde, dass ich vom Schreiben leben wollte, aber ich traute mir die Selbständigkeit nicht zu. Ich wusste, dass ich ortsunabhängig arbeiten wollte, aber das bedeutete ja zwingend eine Selbständigkeit – glaubte ich.

Das ist nicht vollständig wahr. Es gibt auch Ausstiegs-Möglichkeiten ohne Selbständigkeit:

  1. Du findest eine remote-Anstellung. Mehr und mehr sind Arbeitgeber bereit, ihren Angestellten keine Anwesenheitspflicht mehr aufzuzwingen. Das wird sich in Zukunft mit dem Fachkräftemangel noch wesentlich stärker zeigen. Bereits jetzt gibts Plattformen, die remote-Jobs vermitteln.
  2. Du arbeitest im Network Marketing und vermarktest Produkte, von denen du überzeugt bist. Das ist eine sehr ethische Arbeitsform, die sich auch immer mehr verbreitet und immer mehr Akzeptanz findet. Das kannst du komplett ortsunabhängig tun und ganz gut bereits als Angestellte nebenher starten.

Tipp 5: Prüfe, ob du wirklich nicht als Selbständige arbeiten willst. Falls nicht, schau dir die bestehenden Möglichkeiten einer freieren Anstellungsform an.

Irrtum 6: Bevor ich abspringen kann, muss ich viel Erspartes haben

Natürlich hilft es, wenn du ein finanzielles Polster hast, bevor du dich aus dem Hamsterrad-Job befreist. Allerdings würde ich eher darauf achten, dass du einen guten Geldverdien-Plan hast, den du gleich nach deiner Kündigung aktivieren kannst. So vermeidest du, dass du ein paar Monate frei lebst, alles Ersparte aufbrauchst und dann doch wieder zurück in einen Job musst, weil dich die Finanzen dazu zwingen.

Ich gehöre zu den Glücklichen, die relativ wenig Sicherheit brauchen. So konnte ich es mir auch erlauben, mit wenig Erspartem und einem ziemlichen Wackel-Plan (irgendwie vom Schreiben leben) meine letzte Anstellung zu kündigen. Es wurde aber tatsächlich finanziell sehr eng, weil ich mich lange gegen die Selbständigkeit sträubte (siehe Irrtum 5) und auch nicht so ganz wirklich von Herzen Freelance-Texterin sein wollte. Da nützt dann der beste Geldverdien-Plan nichts, wenn du ihn dann im Ernstfall nicht einhältst…

Meinen Weg würde ich niemandem empfehlen, der ein grösseres Sicherheitsbedürfnis hat.

Tipp 6: Anstelle von viel Erspartem, sorge für einen guten Geldverdien-Plan, der nach deinem Hamsterrad-Ausstieg in Kraft tritt.

Irrtum 7: Ich muss genau wissen, wie es nach dem Ausstieg weiter geht

Ja, stimmt. Wie oben erwähnt, hilft es dir enorm, wenn du vor deinem Hamsterrad-Ausstieg einen guten Geldverdien-Plan hast. Andererseits kann ich dir aus meiner eigenen Erfahrung und vom Lauschen anderer Ausstiegs-Geschichten versichern, dass es sowieso anders kommt, als du denkst. Das meine ich im besten Sinne.

Wenn du dich einmal auf den Weg deiner beruflichen Erfüllung machst, wird das eine das nächste ergeben. Dann werden sich neue Menschen in deinem Leben zeigen, die dir frische Ideen oder Gelegenheiten bringen. Dann geschehen unplanbare Dinge, und du wirst deine Intuition immer besser hören, ihr zu vertrauen lernen und ihr folgen, so dass du an Orte gelangst, die du dir zu Beginn nie hättest ausdenken können.

Tipp 7: Wisse genau, was dein erster Schritt nach deinem Ausstieg ist, wie du dein Geld verdienen willst, und dann geh los und sei offen für neue Möglichkeiten.

Fazit

Manche Fehlannahmen können verhindern, dass du dich mutig auf den Weg deiner beruflichen Erfüllung machst. Der Preis ist enorm hoch, nämlich dass du deswegen einfach in deinem freudlosen Job sitzenbleibst und ihn erleidest, weil du von etwas ausgehst, was gar nicht stimmt oder leicht umschifft werden könnte oder gar nicht so schlimm ist.

Überprüfe also ganz genau, was dich wirklich im Hamsterrad festhält.
Vielleicht sind es bei dir noch andere Glaubenssätze als die oben aufgezählten 7 Irrtümer? Magst du sie in die Kommentare schreiben, damit ihn auch andere Betroffene entlarven können? Dankeschön.