„Ich komme einfach nicht in die Gänge“, sagt Eveline zu mir.

Seit drei Jahren sind wir in Kontakt, sie will so sehr raus aus ihrem Job und hat auch schon eine Idee: sie möchte online Französisch unterrichten – immerhin ist das ihre Muttersprache.

Klingt gut, klingt schlüssig, hat durchaus Potenzial.

Aber sie tuts nicht.

Sie kommt nicht in Bewegung beim Umsetzen ihres Traums.

Damit ist sie nicht alleine. Viele Frauen träumen heimlich vom Job-Ausstieg, von ihrem eigenen Business, Café, Blog, was auch immer, aber sie legen einfach nicht los. Manche sprechen darüber, dass sie ihren aktuellen Job kaum mehr ertragen und etwas anderes tun möchten.

Aber sie tuns nicht. Jahr um Jahr vergeht, und nichts ändert sich.

Manchmal könnte ich verzweifeln, wenn ich das beobachte. Ich sehe das Potenzial dieser Frauen, auch ihr Leiden an der aktuellen Situation. Ich fühle mit in ihrer Ungeduld, Müdigkeit, Angst, aber auch diesem zermürbenden Hin und Her von Hoffnung und Verzweiflung. Und ich könnte sie manchmal schütteln und einen Tritt in den Hintern geben, damit sie endlich in die Gänge kommen.

Warum also legen diese Frauen nicht los, wenn sie doch wissen, dass eine Veränderung dringend notwendig ist?

Hier sind 21 Gründe, warum so viele Frauen in ihrer frustrierenden Job-Situation verharren, anstatt sich etwas aufzubauen, mit dem sie langfristig richtig frei werden.

1. Fehlende Vision (Ich weiss nicht, was ich will)

Ich könnte das auch so nennen: Du willst nur weg von deinem freudlosen Job, hast aber keine Ahnung, was du stattdessen machen willst.

Du hast keine Vorstellung davon, wie dein Leben und Arbeiten aussehen soll, und darum ziehts dich nirgends mit grosser Begeisterung hin.

Heisst: dir fehlt die Orientierung, wohin du dein Tun überhaupt lenken sollst.

Oft entsteht daraus die Überzeugung: Ich weiss nicht, was ich will.

Aber das stimmt nicht. Du weisst im Grunde schon, was du willst, aber du getraust dich nicht, es als Vision zu nehmen, weil es zu gross, zu utopisch, zu weit weg, zu unrealistisch ist.

Darum tust du verständlicherweise gar nichts, weil du ja eben auch gar keine Ahnung hast, wofür du etwas tun solltest.

An diesem Punkt ist es wichtig, dass du wieder zurück zu deiner Freude findest. Die liegt wahrscheinlich verschüttet unter allen To Do’s deines Lebens, und du erinnerst dich schon gar nicht mehr, was dir eigentlich Freude macht.

Der erste Schritt ist also: in deiner Freizeit ausprobieren, was dir Freude macht und mehr davon tun.

2. Fehlender Sinn

Wenn du ein Ziel hast, das dir wenig Sinn gibt, bleibst du höchstwahrscheinlich auf halber Strecke stecken.

Wenn du zum Beispiel ins Network Marketing einsteigst und da ein Produkt empfehlen musst, das dich nicht zu 100 % überzeugt, wirst du dich irgendwann mal fragen:

„Wozu mache ich das überhaupt?“

Wenn du eine Aktivität nur startest, um dich aus deinem Job zu befreien, also nur fürs Geld, wird das auf die Dauer zäh.

Natürlich ist „aus meinem Job raus“ ein wichtiger Sinn, der dich anfangs bestimmt ordentlich motiviert. Die Gefahr ist einfach da, dass du den alten Job nur durch etwas neues Freudloses ersetzt, was dich ja dann wieder nicht frei und zufrieden macht.

Ohne Sinn halten wir langfristig nicht durch.

3. Wertekonflikt

Du willst also frei leben.

Freiheit ist ein wichtiger Wert für dich, ja?

Was aber, wenn Beziehungen ein ebenso wichtiger Wert für dich ist und dein ganzes Umfeld den Kopf schüttelt über deine kühnen Pläne vom freien Arbeiten und Leben?

Willst du tatsächlich deine Beziehungen aufs Spiel setzen für deine Freiheit?

Oder verzichtest du halt auf den Befreiungsschlag, auf deine Freiheit, um deine Beziehungen zu sichern?

Und zack, stehst du mitten im Wertekonflikt Freiheit <> Beziehungen

Das kann dich so richtig schön ausbremsen. So sehr du dir die Freiheit wünschst, so wenig willst du deine Beziehungen verlieren (was du mit ziemlicher Sicherheit nicht würdest, weil sich die wirklich wichtigen Freunde und Familienmitglieder doch mit dir freuen, wenn du einen Weg in ein zufriedeneres Leben findest – aber das ist ein anderes Thema.)

Ein anderer klassischer Wertekonflikt bei Job-Aussteigerinnen:

Freiheit <> Sicherheit

Wahrscheinlich kennst du den auch, er hat ganz stark mit unserer Geldprogrammierung zu tun und geht so:

Will ich wirklich meine finanzielle Sicherheit (Angestellten-Salär) aufs Spiel setzen, um in Freiheit zu arbeiten und zu leben?

Oder anders gesagt: wie schaffe ich es, frei zu leben und trotzdem die (finanzielle) Sicherheit zu haben, die ich im Angestelltenverhältnis fühle (aber nicht unbedingt HABE – auch das ist wieder ein ganz anderes Thema).

Dieser Zweifel ist ein wirklich guter Grund, gar nicht erst zu starten mit deinen kühnen Plänen. Du bleibst in der Situation hängen, in der du dich befindest und erzählst dir gerne, dass du gleich am nächsten Wochenende mit deinem Befreiungsprojekt loslegst.

Aber im Grunde ist es dir viel zu gefährlich, darum wird aus dem nächsten Wochenende ein endloses NIE.

>> Mach dir also deine Wertekonflikte bewusst und werde dir klar, welcher Wert im Moment Priorität hat.

4. Kein Plan

Diesen Weg bin ich auch gegangen. Ich wusste, dass ich nach meiner endgültigen Kündigung meines letzten Jobs vom Schreiben leben wollte. Aber ich hatte keine Ahnung, wie ich das so ganz konkret anstellen würde.

Ich hatte im wahrsten Sinne keinen Plan. Was dazu führte, dass ich gar nie richtig mit der Arbeit begann. Ich arbeitete zwar begeistert an meinem Fahrrad-Blog, machte einen Online-Kurs im Freelance Writing und begann halbherzig nach Kunden zu suchen, die ich im Grunde gar nicht haben wollte, weil ich viel zu unsicher war auf diesem neuen Terrain des Schreibens für Kunden.

Ein Plan wäre hilfreich gewesen. Zum Beispiel so:

  • Pro Tag schreibe ich 3 potentielle Kunden an.
  • Pro Woche schreibe ich 1 Artikel in meiner Nische, der mein Portfolio erweitert.
  • Jeden Freitag schaue ich die Liste mit den angeschriebenen Kunden durch und hake bei denen nach, die schon 3 Wochen zurück liegen.

Sowas wäre ein Plan.

Stattdessen wartete ich irgendwie auf ein Wunder, auch wenn ich das damals nie so genannt hätte. Ich arbeitete sehr viel, aber eben nicht fokussiert und zielgerichtet an den wichtigen Dingen.

Wenn dein Weg unklar ist, verlierst du dich schnell mal auf Nebenpfaden und landest im Dickicht.

5. Überwältigt von der zu grossen Aufgabe

Dafür wäre eben ein Plan gut 🤓

Nimm dir ein Jahresziel vor und zerlege es rückwärts in Monatsziele, dann Wochenziele, dann Tagesziele und schliesslich einzelne Aufgaben für die kommende Woche.

Grosse Aufgaben musst du in kleine Schrittchen zerlegen, sonst beginnst du nie.

Nur schon die Idee von „Nächstes Jahr kündige ich meinen Job und mache mich als private Stadtführerin selbständig“ ist viel zu gross.

Ich würde das von Anfang an runter brechen in:

  1. Klären, wieviel Geld du monatlich brauchst, wieviel du als Stadtführerin reinbringen musst. Geht das? Oder brauchst du noch einen weiteren Einkommenskanal?
  2. Liste machen mit allem, was ich als private Stadtführerin brauche (Bewilligung von der Stadt, Ausbildung, Webseite, Social Media-Kanal, Termine für die Führungen fixen und im Kalender eintragen, Kontakte mit Tourismus-Verband, Preise berechnen, …)
  3. Liste ordnen nach Wichtigkeit der Aufgaben: was muss ich zuerst machen, was kann warten?
  4. Termin der ersten Führung fixieren
  5. Termin der Job-Kündigung fixieren
  6. Jede Aufgabe der Liste mit einem Termin versehen, an dem du ihn erledigen wirst

Wird schon etwas umsetzbarer, oder?

6. Du nimmst dich selber nicht ernst

Die Aufgabenliste steht, und du weisst genau, was du zu tun hast.

Und dann machst du es einfach nicht. Werkelst vielleicht ein bisschen drum herum, aber du erledigst die wichtigen Aufgaben nicht.

Weil immer etwas anderes wichtiger ist. Chef, Katze, Freund, Hausputz, Geburtstag der Tante, Ferien, …

Alle haben Vorrang vor deinem Herzensprojekt.

Echt jetzt?! Die Erfüllung der Wünsche der anderen ist wichtiger als dein eigener Wunsch?

Daraus kann ich nur schliessen: du nimmst dich und dein Bedürfnis nach einem erfüllten Leben nicht wichtig.

Magst du das mal überdenken und ab sofort diesem so wichtigen Projekt des Job-Ausstiegs eine obere Priorität geben?

7. Perfektionismus

Ein Klassiker. Wer alles perfekt machen will, hats schwer. Weil nämlich praktisch nie etwas perfekt gelingt oder perfekt fertig ist. Es gibt immer noch etwas zu feilen, zu ergänzen, zu verbessern.

Immer.

Womit du nie bereit bist, das zu vollbringen, was du so gern möchtest.

Deine Webseite steht zwar schon seit 10 Monaten, aber vor dem Veröffentlichen…

  • willst du sie erst noch der Freundin zum Gegenlesen geben.
  • musst du noch eine besser lesbare Schrift finden.
  • steht noch ein Fotoshooting an, weil du keine guten Fotos von dir hast. Der Termin fürs Shooting steht noch nicht, weil du dir eine Fotografin wünschst, die dir total sympathisch ist und in deinem Wohnort arbeitet und …

Ich kann dir sagen, wann du deine Webseite aufschaltest:

NIE

Der Perfektionismus ist übrigens eine fiese Programmierung, die so automatisiert in dir abläuft, dass du sie gar nicht mitkriegst. Dir scheint das total normal, aber 20 % weniger perfekt wäre ganz sicher schon mehr als gut genug.

8. Fehlendes Selbstvertrauen

Du hast die tiefe Überzeugung, dass du es nicht wirklich kannst.

  • Ich bin doch keine Autorin.
  • Ich bin doch keine Beraterin.
  • Ich bin doch keine Unternehmerin.
  • Ich bin doch keine Ladeninhaberin.
  • Ich bin doch keine Podcast-Editorin.

Weil dir die Fähigkeiten fehlen.

Und die Charaktereigenschaften.

Und das Netzwerk.

Und das sichere Auftreten.

Und die Erfahrung.

Es fehlt immer etwas, um das zu werden, das du sein willst.

Darum legst du gar nicht erst los, sondern wartest insgeheim, bis es sich in dich einpflanzt.

Was natürlich nie passieret, wenn du nicht loslegst.

Nimm dafür 2 Dinge:

  • Die Zeit, um die notwendigen Dinge zu lernen.
  • Den Mut, Erfahrungen in dem Bereich zu sammeln, wo du hin willst. Das ist die beste Vorbereitung.

Darum gehts nur mit: heute noch anfangen!

9. Zweifel an der Idee

Du hast zwar eine Idee und vielleicht sogar einen Plan, wie du diese umsetzt, aber dir funken immer wieder diese Gedanken dazwischen:

  • Kann das wirklich funktionieren?
  • Gibts einen Markt für meine Idee?
  • Das gibts doch schon – ich komme zu spät / bin zu viel/klein im Markt.

Wenn du selber nicht überzeugt bist von der Idee, ist es natürlich ganz schwierig, Kundinnen dafür zu finden, die Geld dafür bezahlen.

In diesem Fall gibts 2 Wege:

  1. Du entscheidest dich bewusst dafür, trotz Zweifeln die Idee auszutesten. Das nimmt etwas Druck weg, weil es ja nur ein Ausprobieren ist, und wenns dann nicht funktioniert, probierst du eben etwas anderes.
  2. Du machst (nochmals) eine ordentliche Recherche, Marktanalyse, Umfrage, so dass du Facts bekommst, die dir zeigen, ob die Idee gefragt ist oder nicht. Wenn es schon jemand erfolgreich macht, heisst das, dass die Idee am Markt gefragt ist.

Zweifel bremsen immer aus – räume sie aus dem Weg.

10. Soziale Erwartungen

Begeistert schilderst du deiner besten Freundin deinen Plan, wie du mit deinem Krypto-Business Geld verdienst, so dass du in 6 Monaten deinen Job kündigen kannst. Anstelle eines grossen Begeisterungssturms ihrerseits, siehst du erst die gerunzelte Stirn, dann das verständnislose Gesicht deiner Freundin.

„Findest du das realistisch?“, fragt sie.

„Ja klar, das haben andere vor mir auch schon gemacht“, antwortest du.

„Ok, aber verstehst du irgendwas von diesem Markt? Und überhaupt, Krypto ist total volatil. Weisst du, wie unsicher das ganze Business ist?“

So geht euer Gespräch weiter, und du gerätst immer mehr in die Defensive.

Ebenso verläuft es mit deinem Mann, mit deiner Mama, mit deiner Arbeitskollegin und so weiter.

Niemand stimmt in deine Begeisterung ein. Und deine kühlt langsam ab, weil mit den kritischen Stimmen auch deine Angst wächst, dich von deinen Freunden und deiner Familie zu entfremden, wenn du so einen anderen Weg gehst wie sie.

Vor allem wird in dir diese kleine, fiese Stimme immer lauter, die sagt: „Und wenn sie alle recht haben? Ist doch merkwürdig, dass nur ich diese grosse Chance sehe und sie alle ablehnen? Was passiert, wenn ich es trotzdem mache und scheitere? Dann werden sie mich ja wohl kaum jubelnd auffangen, schliesslich hatten sie mich ja von Anfang an gewarnt…“

Widerstand aus dem Umfeld und die Angst vor Ausgrenzung kann ein heftiger Bremsklotz sein. Was, wenn mein Freund merkt, dass ich weiterhin an diesem Projekt arbeite, obwohl er dagegen ist?

Du willst ja niemanden vor den Kopf stossen oder enttäuschen, also gibst du die Sache lieber auf und bleibst, wo du halt eben bist. Auch wenn es dir keine Freude macht.

11. Angst vor dem Scheitern

Dieser Punkt schliesst an den obigen an: was wird aus mir, wenn mein Befreiungsschlag nicht gelingt?

  • Wenn ich gross von meinem Coaching-Business erzähle, und nach 2 Jahren Riesenaufwand verdiene ich immer noch keine 100 Euro im Monat?
  • Wenn ich mein ganzes Umfeld in mein Network Marketing-Projekt reinziehen will, sei es mit Nahrungsergänzungsprodukten oder einem Krypto-Projekt, und niemand steigt ein, weil sie weder am einen noch am anderen interessiert sind. Und nach 2 Jahren muss ich kleinlaut eingestehen, dass es nicht geklappt hat mit dem grossen Erfolg im Network Marketing.
  • Wenn ich zusammen mit einer Freundin ein Café eröffne, wo Lesungen und Konzerte stattfinden sollen, das aber nur so lauwarm läuft, und nach 2 Jahren muss ich wegen einem Burnout aufgeben und habe erst noch Schulden?

Solche Szenarien liebt unser Verstand. Drama erster Klasse.

Nur schon die Vorstellung davon ist so abschreckend, dass du lieber nur vom Job-Ausstieg träumst, aber nicht wirklich am Projekt arbeitest. Und du wunderst dich, dass du nicht in die Gänge kommst?

12. Finanzielle Bedenken

Neben dem Perfektionismus ein zweiter Klassiker unter den Bremsklötzen: die Sorge ums Geld.

Einen Angestellten-Job zu verlassen und dich auf etwas ganz Neues einzulassen, ist eine grosse Wundertüte. Du weisst nie, was dich erwartet, wenn du Online-Unternehmerin wirst oder Hundetrainerin oder deine Strickarbeiten verkaufst.

Niemand weiss es. Bei manchen funktionierts, bei manchen nicht, bei wieder anderen erst nach 5 Jahren – wenn sie denn so lange durchhalten.

Vor lauter Angst um die Finanzen, bleiben ganz viele Menschen in ihren freudlosen Jobs sitzen, mühen sich Tag für Tag ab, bloss um am Ende des Monats diese hoffentlich 4-stellige Zahl auf ihrem Bankkonto neu erscheinen zu sehen.

Nur fürs Geld.

Ja, finanzielle Sicherheit ist ein sehr verständlicher Grund, alle Möglichkeiten eines freieren, bunteren, lebendigeren Lebens gleich im Keim zu ersticken, aber ich wundere mich schon sehr darüber, dass Menschen Krankheit, Erschöpfung, Lustlosigkeit und Depression dafür in Kauf nehmen.

Ein enorm hoher Preis für das „sichere“ Geld.

Sie tun es in der Hoffnung, dass das Leben im Rentenalter dann nochmals richtig aufblüht und für all die Mühe entschädigt.

Wie wärs denn, wenn das Leben jetzt schon aufblühen würde?

13. Fehlende Ressourcen (Geld, Zeit, Fachwissen, …)

Du kannst kein eigenes Café eröffnen, wenn du gar keine Geldreserven oder Investoren hast. Schwierig auch, wenn du Null Erfahrung im Gastgewerbe hast. Oder wenn dir die nötigen Zertifikate fehlen, um eine Bewilligung zu bekommen.

Klar ist es ungünstig, ein Online-Business zu eröffnen, wenn du gar keine Erfahrung hast mit Computern, weil du bei deinem aktuellen Beruf nie einen benutzen musstest. Dann musst du erst mal technisches Fachwissen aufbauen.

Bist du alleinerziehende Mama mit einem 70 %-Job, hilfst als Freiwillige im Katzenheim und brauchst dringend sportliche Aktivität zum Ausgleich für dein stressiges Leben, bleibt dir vermutlich kaum Zeit, um dir dein Freiheitsprojekt aufzubauen.

Fehlen dir Geld, Zeit oder Fachwissen, um dein Traumprojekt umzusetzen, ist das ein formidabler Grund, gar nicht erst anzufangen oder höchstens schleppend in die Gänge zu kommen.

Keine Zeit und kein Geld sind übrigens die häufigsten Ausreden, um etwas nicht zu tun.

Vielleicht dauerts bei dir ein Jahr länger, weil du dich erst zeitlich organisieren musst oder etwas Erfahrung sammeln in deinem Wunschbereich, aber tröste dich damit, dass niemand alle Ressourcen „einfach so“ beisammen hat.

Lass dich also davon nicht entmutigen und ausbremsen, sondern organisiere das, was noch fehlt.

14. Fehlende oder falsche Priorisierung

Gut möglich, dass du richtig viel Zeit investierst für dein Job-Aussteiger-Projekt. Du würdest also nicht mal sagen, dass du nicht in die Gänge kommst, aber es bewegt sich kaum was, so viel du auch schuftest.

Könnte es sein, dass du dich in Details verlierst (siehe Perfektionismus) oder dich von den wirklich wichtigen Aufgaben drückst?

Die berühmten einkommensproduzierenden Aufgaben (EPAs), wie potenzielle Kunden kontaktieren, ein Produkt kreieren oder einen Launch zum Verkauf eines Produkts organisieren, sind die Aufgaben, die uns tatsächlich vorwärts bringen.

Und es sind auch die, vor denen wir uns bestens drücken können, wenn wir endlos unsere Webseite optimieren, Kurse belegen, die uns erklären, wie man einen Produkt-Launch macht oder den ganzen Tag am Marketing sitzen.

Fühlt sich alles wie Arbeit an, bringt uns aber oft nicht in die Richtung, wo wir eigentlich hin wollen: in eine finanzielle Position, die uns das Kündigen des Angestellten-Jobs erlaubt.

15. Keine Vorbilder

Kommst du vielleicht nicht in die Gänge, weil du niemanden kennst, der/die deine Idee schon umgesetzt hat? Die selbst den Job-Ausstieg geschafft hat und von dem lebt, was ihr Freude macht?

Dir fehlen Vorbilder, die dich inspirieren?

Darum hast du Zweifel, ob das überhaupt geht, was du dir da zusammengeträumt hast?

Dann geh auf die Suche danach. Es muss ja auch gar niemand in deinem Bekanntenkreis oder Sprachraum sein. Es reicht, wenn du auf Instagram eine Frau findest, die genau von der Form von Kunst lebt, die dich beflügelt. Folge ihr, studiere alles, was du von ihr finden kannst, und vielleicht kannst du sie sogar mal eine halbe Stunde lang befragen, wie sie das alles macht?

Das würde dich bestimmt motivieren und mit neuen Ideen versorgen.

16. Angst vor Veränderung

So sehr du dir wünschst, deinen Hamsterrad-Job zu verlassen, so gemütlich ist es doch in der Komfortzone.

Für manche gilt tatsächlich: lieber das altbekannte Elend als etwas unbekanntes Neues.

Stimmt, du weisst nicht, was dich erwartet, wenn du dich auf den Weg machst zu neuen Ufern. Du kannst aber sicher sein, dass es lebendiger wird, dass du wertvolle Erfahrungen machen wirst und dass du neue Impulse bekommst für das, was du wirklich sein und tun möchtest in deinem Leben.

Selbst wenn es dir überhaupt nicht gefällt, was du da erlebst, hast du wieder neue Anhaltspunkte, die dich auf die richtige Spur bringen.

Niemand sagt, dass du gleich deinen Angestellten-Job über Bord werfen sollst, aber ich empfehle, in Bewegung zu kommen, Neues auszuprobieren, damit du nicht im Gedankendrehen und Träumen von etwas Besserem stecken bleibst. Das ist nämlich längerfristig viel schlimmer als alles Neue, was du erleben kannst.

Vor dem solltest du mehr Angst haben als vor jeder Veränderung: vom ewigen Verharren in einer unglücklichen Situation.

17. Zeitmangel und Dauerstress

Permanente Überlastung durch Job, Familie, Haushalt und andere Verpflichtungen, sind ein verständlicher Grund (und eine gute Ausrede), um nicht in die Gänge zu kommen.

Tatsächlich ists auch frustrierend, wenn du dir pro Woche nur eine halbe Stunde Zeit nehmen kannst für dein Freiheitsprojekt und das Gefühl hast, überhaupt nicht vom Fleck zu kommen.

Trotzdem ist eine halbe Stunde mehr als nichts.

Ich staune oft über Familienfrauen, die unglaublich eingespannt sind im Alltag – und es trotzdem schaffen, etwas auf die Beine zu stellen, was ihnen Freude bereitet und sie langfristig auch finanziell frei macht.

Es gibt nur eine Lösung: jede freie Minute nutzen, um dem Werk ein kleines Steinchen hinzuzufügen. Gute Planung hilft dabei natürlich sehr, damit du nicht erst lange überlegen musst, wo du denn weiter machst, wenn du mal 10 Minuten zur Verfügung hast.

Ich bin sicher, dass das Wissen um dein ganz eigenes Projekt dir auch die Energie gibt, um stressige Zeiten gut durchzustehen und weiter am Ball zu bleiben.

18. Ausgepowert vom freudlosen Job

Ja, eine unglückliche Job-Situation ist ein böser Energiefresser.

Ich erinnere mich, wie ich mich nach öden Bürotagen komplett energielos nach Hause schleppte. Batterien leer, obwohl ich den ganzen Tag nur auf dem Bürostuhl gesessen hatte.

Dass du dich in solchen Momenten nochmals aufraffst, um an deiner Selbständigkeit zu arbeiten, braucht natürlich viel. Aber auch gar nicht sooo viel, wenn du davon begeistert bist.

Interessanterweise war ich nämlich nach solchen Energiefresser-Tagen im Büro wieder hellwach, sobald ich mich mit meinem Blog zu beschäftigen begann – das war mein Befreiungsprojekt. Dann konnte ich problemlos noch bis tief in die Nacht arbeiten und mich darüber total vergessen, weil es eben meins war. Das, was mich so voll und ganz interessierte und begeisterte.

Begeisterung bringt dir die Power zurück.

19. Dem eigenen Verstand glauben

Der Verstand erzählt dir all das, was mal in dich einprogrammiert wurde. Zum Beispiel:

  • Bleib bescheiden, du kannst doch jetzt einfach ohne zu murren diesen Job machen und dein Geld verdienen.
  • Arbeiten gehört halt mal zum Leben. Tu doch nicht so schlapp.
  • Es muss ja auch nicht alles Spass machen.
  • Das, was du dir wünschst, ist nur für die Reichen. Vergiss es.
  • Tja, die Jungen habens leicht. Die gehen reisen und bauen sich was auf. Die haben ja auch noch nicht so viele Verpflichtungen wie du.
  • Du hast ja genug Freizeit, um Dinge zu tun, die dir Spass machen. Früher war das noch nicht so. Also hör auf zu jammern.
  • Du bist so privilegiert mit deinem Job. Andere würden sich darüber freuen.

Das Problem beginnt dort, wo du das alles glaubst und für „realistisch“ und richtig erklärst. Man muss ja auch auf dem Boden bleiben, nicht wahr?

Aber das stimmt alles nicht.

Du kannst selbst bestimmen, was für dich und dein Leben gilt.

Es muss nicht schwer sein.

Du darfst spielen.

Du darfst Spass habe.

Du darfst viel Geld verdienen.

Du sollst dich auf den Weg machen zu all dem, was dich reizt, auch wenn es dir der Verstand ausreden will.

So viele Menschen setzen ihre Wünsche nicht um, weil es ihnen ihr Verstand (ihre Konditionierung) verbietet.

Nur du selbst kannst dir die Erlaubnis geben, es anders zu machen als es dir dieser Miesepeter einredet. Der ja übrigens nichts ist als eine Stimme in deinem Kopf. Sonst gar nichts.

20. Kein Vertrauen in die eigene Intuition

Du weisst genau, was du tun möchtest: ein Buch schreiben.

Du entscheidest dich aber dafür, ein Coaching-Business aufzubauen, weil das mehr Geld bringt und auch schneller Geld bringt, und von irgendwas musst du ja leben. Aber es ist zäh, du findest keine Kundinnen, gibst höllisch viel Geld aus für eine professionelle Webseite, aber noch immer tut sich nichts ausser ein paar kostenlosen Kennenlerngesprächen mit Interessentinnen, die dann aber doch nicht buchen.

Eigentlich würdest du lieber am Buch schreiben, aber dafür hast du keine Zeit, weil du dein Coaching-Business zum Laufen bringen musst. Das Geld ist eh schon grauenhaft knapp geworden.

Und immer wieder klopft dieses Buch an.

Wie wärs, wenn du es mal anders denkst: deine Intuition hat dir die ganze Zeit den Weg gewiesen, indem sie dich zum Buchschreiben verführen wollte. Hättest du gleich das Buch geschrieben, wäre dein Coaching-Business womöglich genau daraus entstanden. Weil Menschen dein Buch gelesen hätten und gedacht: ach, von dieser Frau hätte ich gern Rat. Sie kann mich bestimmt unterstützen bei genau meinem Thema, das sie ja auch im Buch beschrieben hat.

Und so hättest du dir die ganze Mühe sparen können und wärst einen viel direkteren und leichteren Weg zum Coaching-Business gegangen.

Die Intuition ist die leise Stimme, die weiss, was gut ist für dich.

21. Fehlendes unterstützendes Netzwerk

Sich alleine durchkämpfen ist nicht schön. Es ist anstrengend und einsam. Ganz besonders, wenn deine Freunde und Familie mit deinen Ideen und Träumen nichts anfangen können und dich eher ausbremsen als anspornen.

Wenn niemand da ist, der dir auch mal gut zuredet, wenns zäh wird und du Motivationsprobleme hast, bleibt ein Befreiungsprojekt gerne mal liegen und verschwindet unter dem Stapel von anderen Dingen, die auch deine Aufmerksamkeit erfordern.

Ich halte den mittlerweile für einen der wichtigsten Schritte auf dem Weg vom freudlosen Job zur beruflichen Erfüllung:

Such dir Menschen, die auf einem ähnlichen Weg sind wie du. Mit ähnlichen Werten, ähnlichen Zielen, ähnlichen Hindernissen.

Gründe eine Mastermind-Gruppe, mit der du dich alle 2-3 Wochen triffst. Damit ihr euch gegenseitig bei euren Vorhaben unterstützen könnt.

Mach mit bei Challenges, wenns darum geht, an etwas dranzubleiben. Zum Beispiel 30 Tage lang täglich auf LinkedIn posten. In einer solchen Challenge kommst du nicht nur in die Umsetzung, sondern lernst auch neue Menschen kennen, die an ähnlichen Themen arbeiten.

Mach bei Coworkings mit.

Schliesse dich Solopreneur-Gruppen an, z. B. auf Facebook oder auf Skool.

Und komm in die Job-Aussteigerinnen-Community auf LinkedIn. Du findest sie unter FreieFrauen-Community.

Der gemeinsame Weg ist nicht nur schöner, sondern bringt dich in Bewegung und motiviert.


Na, bei welchen Nummern erkennst du deine grossen Bremsklötze? Warum kommst DU nicht in die Gänge? Schreibs gerne in die Kommentare.