Jeannine Gashi ist Lymph-Massage-Therapeutin und Expertin für Detox und Wohlfühlgewicht für Frau und Kind. Und sie ist Mama von 3 Kindern.

In diesem Gespräch gehts um:

  • Wechsel von kaufmännischen Jobs in die naturnahe Selbständigkeit
  • Wie der Körper bei Entscheidungen helfen kann
  • Geld und Kurs-Käufe

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Gespräch mit Jeannine Gashi – Text

Jeannine und ich haben uns im Jahr 1992 in Davos kennengelernt. Wir arbeiteten im gleichen Hotel an der Reception. Jeannine als ausgelernte KV-Angestellte und Hotel-Sekretärin, ich als Praktikantin. Der Job war langweilig, unsere Gespräche retteten uns durch die Tage. Aber im Grunde interessierte uns nur das Leben nach der Arbeit. Wir waren noch weit weg von einem Gedanken an eine Selbständigkeit.

Wie und wann ist Jeannine von der Angestellten zur Selbständigen geworden?

Jeannine: „Ich habe nach diesem Hotel-Job noch ganz viel gemacht und ausprobiert. Ich konnte zuerst zurück in die Firma, wo ich die Lehre gemacht hatte und merkte rasch: das erfüllt mich nicht. Ich habe dann verschiedene Jobs ausprobiert, z. B. in der Buchhaltung, dann auch im Chef-Sekretariat – das war schon eine Nummer grösser. Das war eine super Vorbereitung auf meine Selbständigkeit. Und auch aufs Muttersein später. Parallel verschiedene Aufgaben erledigen zu müssen, auch unter Druck.

Im Rückblick war es ein Geführtsein. Ich hatte auch immer tolle Chefs, die mich gefördert und vom einen zum anderen geführt haben.“

Mit etwa 25 Jahren begann Jeannine die Ausbildungen zur Naturheilpraktikerin und zur Masseurin. Einige Jahre später, Anfang 30, wollte sie schwanger werden, aber das klappte damals nicht.

„Ich überlegte mir dann, dass ich nicht Vollzeit arbeiten möchte, auch wenn ich keine Kinder haben sollte. Darum arbeitete ich Teilzeit fürs Geld und machte nebenbei Ausbildungen etwa in Homöopathie oder Ernährungsberatung. Ich habe immer 2 oder manchmal sogar 3 Jobs nebeneinander gemacht. Einer war fix, noch im alten System drin, und beim anderen stand ich schon mit einem Bein im Neuen. Ich habe ganz viele Jobs ausprobiert und Fortbildungen gemacht.

Eines Tages habe ich entschieden: wenn ich ohne Kinder weiter leben soll, dann will ich auch so leben, wie ICH möchte. Und das war dann mein Entscheid für die Selbständigkeit.

Dann habe ich mir für mein Business als Ernährungsberaterin ein Logo machen lassen, Briefpapier und Flyer gedruckt, Werbung gemacht, viel Geld in die Hand genommen – und dann bin ich schwanger geworden

Von der KV-Angestellten zur Ernährungsberaterin, Masseurin und Naturheilpraktikerin

Wie kam Jeannine von der KV-Angestellten zur Naturheilpraktikerin, Masseurin und Ernährungsberaterin?

Ich war schon immer eng mit der Natur verbunden, aber das war mir gar nicht bewusst früher. Mit der Zeit bin ich immer mehr der Freude gefolgt und habe gemerkt, dass ich dann in der Freude bin, wenn ich für die Natur etwas machen kann, und in der Praxis war MEIN DING das Zu- und Abnehmen. Ich wollte etwas finden, mit dem ich natürlich UND so schnell wie möglich wieder zu meinem Wohlfühlgewicht kommen könnte.“

Jeannine war also gerade daran, ihr Offline-Business aufzubauen, als sie schwanger wurde. Wie ging es dann weiter mit der Selbständigkeit?

Bei der ersten Tochter habe ich noch bis zum Schluss als Masseurin gearbeitet. Mein Ausbildungsinstitut empfahl mich damals weiter, und weil ich die Einzige in der Schweiz war, die diese Art von Behandlung anbot, fuhren die Leute stundenlang, um zu mir zu kommen. Ich schätzte das zu dem Zeitpunkt gar nicht so sehr und hielt es für selbstverständlich.

Nach der Geburt meiner zweiten Tochter hörte ich damit auf. Ich war damals schon über 35 und wollte meine Kinder einfach noch geniessen, solange sie klein sind. Ich habe ganz aufgehört zu arbeiten – und durfte nach der Geburt meiner dritten Tochter nochmals von vorne beginnen.“

Der Körper zeigte: hier stimmt etwas nicht

Nochmals zurück zum Punkt, wo Jeannine entschieden hat, das Angestellten-Verhältnis hinter sich zu lassen und in die Selbständigkeit zu springen. Was gab den Ausschlag dazu, am 1.1.2008 ihre Selbständigkeit anzumelden und den damaligen 70 %-Job zu kündigen?

In den Angestellten-Jobs habe ich es körperlich gespürt. Ich wurde krank, ich habe in kürzester Zeit viel Gewicht zugenommen – und da habe ich gemerkt, dass da für mich etwas nicht stimmen kann. Mein Körper zeigts mir ja. Darum wusste ich auch: wenn ich gesund bleiben will, muss ich etwas ändern. Ich konnte meine Ideen im Angestellten-Job nicht umsetzen und ich konnte auch nicht experimentieren. Ich musste auf meinen Körper hören, und der hat NEIN geschrien.“

Jeannine merkte, dass ihr Wesen, das so voller Experimentierfreude ist, besser für die Selbständigkeit geeignet ist als für eine Anstellung. Braucht es diese Experimentierfreude für eine Selbständigkeit?

Ich habe mich in letzter Zeit viel mit Metaphysik beschäftigt und bin über das Human Design darauf gekommen, dass ich als manifestierender Generator viele Bälle in der Luft haben darf, und ich darf auch viel Energie da reinstecken. Ich darf auch mal mit etwas aufhören, bevor ich es zu Ende gebracht habe. Das hat mir sehr geholfen zu merken, dass ich da auf dem richtigen Weg bin.

Das ist natürlich nicht für jeden das Richtige. Der eine sollte in die Tiefe gehen, der andere sollte vielleicht nur etwas anreissen, aber gar nicht fertig machen. Da gibt es kein generelles Rezept.

Aber wichtig finde ich schon, dass man risikofreudig ist. Je risikofreudiger man ist, desto schneller gehts halt vorwärts. Und ein Vertrauen in sich selber, das finde ich auch wichtig. Am Anfang meiner Selbständigkeit hatte ich grösste Mühe, Geld zu verlangen. Oder Entscheidungen zu treffen war für mich eine grosse Herausforderung – ich habe sie oft hinausgeschoben. Und da das Vertrauen zu entwickeln, auch zu wissen, wie fälle ich Entscheidungen. Jetzt habe ich herausgefunden, wie ich am besten Entscheidungen treffe, und es geht schon besser.“

Geld und der Kauf von (hochpreisigen) Kursen

Geld ist eines der belastendsten Themen in der Selbständigkeit, besonders am Anfang, weil die Sicherheit des regelmässigen Einkommens wegfällt. Jeannine hatte das Glück, dass sie ihren Praxis-Raum im Wohnhaus haben konnte und dadurch keine zusätzlichen Kosten hatte. Sie brauchte auch keine weiteren Geräte für ihre Arbeit. Nur ihre Hände. Und:

Anfangs hat mir schon sehr geholfen, dass ich mit meinem Mann zusammen war, der mir zwar nicht das Geld, aber die Sicherheit gab, die ich brauchte, um gut in die Selbständigkeit zu starten. Trotzdem würde ich niemandem empfehlen, das Business aufs Private zu stützen oder sogar vom Mann finanzieren zu lassen. Es gibt unterschwellig ein Schuldgefühl. Das zieht natürlich Mangel an.“

Das Geld-Thema hat Jeannine besonders auch dann gespürt, wenn sie sich einen neuen Kurs kaufen wollte, der ihre finanziellen Möglichkeiten überstieg. Die Versuchung ist gross, und manchmal ists schwierig zu entscheiden, ob man diesen Kurs tatsächlich fürs Weiterkommen in der Selbständigkeit braucht oder obs blosse Ablenkung von dem ist, was man wirklich tun sollte oder ein schlichter Adrenalin-Kick.

Money-Mindset-Programme, Money-Manifestierungs-Programme, die schiessen jetzt ja gerade massenweise aus dem Boden. Da hats viel Gutes dabei, oft werden sie aber extrem teuer verkauft. Für mich selber habe ich festgestellt, dass ich die Kurse nicht gleich sofort buchen darf. Ich schlafe nochmals drüber, und dann entscheide ich über den Körper. Wenn der mir ein klares Ja gibt, ist es in Ordnung. Wenn ich nicht auf den Körper höre, kanns gut zu einer Fehlinvestition kommen, die bloss aus einer punktuellen Begeisterung oder aus einem Mangel heraus entstanden ist.

Jeder hat seinen eigenen Entscheidungsprozess, der schon im Körper verankert ist. Aber das muss man auch erst einmal lernen zu erkennen und zu spüren. Wie fühlt sich mein Körper an, wenn er etwas unbedingt möchte? Wie fühlt sich dieser neutrale Nullpunkt an, von dem aus der Körper seine Signale sendet? Besonders bei manipulativen Strategien, die bei Programmverkäufen manchmal angewendet werden und auf die der Verstand leicht hereinfällt, ist der Körper wichtig.

Was würde Jeannine anders machen, wenn sie nochmals starten würde?

Gar nichts, weil ich dieses Abenteuer genau so gehen musste. Damit ich für mich einen guten Weg, einen guten Mix daraus machen konnte. Ich musste verschiedene Umwege auch gehen, um zu sehen, aha, das ists nicht. Ich muss es immer erfahren. Darum würde ich gar nichts anders machen.“

Jeannines wichtigste Tipps für die Selbständigkeit

  • Such dir einen Business-Buddy gleich zu Beginn > den/die findest du z. B. in kostenlosen Challenges oder in Kursen
  • Übe das Vermarkten und Verkaufen mit deinen Business-Buddys
  • Behalte anfangs noch deinen Job, der dir Geld einbringt. Ein fixes Einkommen, damit du dir auch Kurse und Tools leisten kannst. Und: du strahlst nicht diese Mangel-Energie aus, die Kunden sofort spüren. Kunden kommen und bleiben nicht, wenn sie spüren, dass du Geld brauchst.
  • Spüre, wann es Zeit ist, 100 % in die Selbständigkeit zu gehen und den Job hinter dir zu lassen.
  • Schaff dir ein Netzwerk, sei Teil einer Community, in der sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen.
  • Lerne die Skills gut, die wichtig sind für dein Business, wie z. B. Bloggen

Höre auf deinen Körper. Die Entscheidungen sind dort gespeichert und immer abrufbar.

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Vielen Dank, liebe Jeannine, für dieses ehrliche Gespräch! 💚