Wenn die Symptome eines Hamsterrad-Jobs immer belastender werden, willst du so schnell wie möglich aussteigen. Dann schnappst du dir die nächstbeste Stelle – einfach um dem Elend zu entkommen. Möglich wäre aber auch, deinen Stellenwechsel etwas strategischer zu planen, am ungeliebten Arbeitsort auszuhalten, bis du ganz sicher bist, dass du jetzt in die richtige Richtung gehst. Was spricht für den spontanen Stellenwechsel, was für einen wohlüberlegten mit Ziel, und was jeweils dagegen?

So schnell wie möglich raus aus dem Hamsterrad-Job – oder?

Klar willst du schnellstmöglich raus, wenn du einmal begriffen hast, dass du in einem Hamsterrad-Job rennst, wo es keine Hoffnung auf Besserung gibt. Ich hielt es jedenfalls maximal 2 Jahre an solchen Arbeitsstellen aus, dann kündigte ich und war schnellstmöglich wieder weg.
Entsprechend sah mein Lebenslauf aus:

Job 1
Nach 1-2 Jahren: Kündigung, mehrmonatige Reise
Job 2
Nach 1-2 Jahren: Kündigung
Job 3
Nach 1-2 Jahren: Kündigung, Ausbildung
Job 4

So ging das 2 Jahrzehnte lang. Klingt ja irgendwie auch lustig, bunt und abenteuerlich. Tatsächlich genoss ich anfangs auch noch die Abwechslung, das immer Neue, die Reisen zwischen den Stellen.

Aber je länger ich dieses Leben der spontanen Stellenwechsel lebte, desto anstrengender wurde es. Ich fühlte mich getrieben von diesem ewigen Frust im Job, wünschte mir eine dauerhafte Veränderung und mehr als alles andere: berufliche Erfüllung. Aber ich hatte keine Ahnung, was ich beruflich wirklich tun wollte.

Mit diesen raschen Stellenwechseln konnte ich die Symptome eine Weile still halten. Ein neuer Job bringt ja auch wieder neue Menschen, neue Aufgaben, eine neue Umgebung und ist daher spannend. Nach etwa 3 Monaten begann es dann aber wieder zäher zu werden. Die Sucherei in Job-Portalen begann von neuem…

Der spontane Stellenwechsel

Ich gehöre ja wirklich zu jenen, die dich ermuntern, einen Hamsterrad-Job zügig hinter dir zu lassen, bevor er dich in den Abgrund zieht.

Gerne möchte ich hier aber beleuchten, was grundsätzlich für einen spontanen Stellenwechsel spricht (pro) und was dagegen (contra):

Pro 1: Keine Routine

Das Grandiose an raschen Stellenwechseln ist die bunte Abwechslung. Du kommst fast nie in eine Routine, weil du ja schon wieder abfliegst, sobald sich diese einzustellen beginnt.

Pro 2: Viele unterschiedliche Erfahrungen

Durch meine unzähligen Stellenwechsel habe ich eine Menge Betriebe, Menschen und Arbeitsformen kennengelernt. Das kann ein wirklicher Vorteil auf deinem weiteren Weg sein. Auch das Netzwerk wird dadurch reichhaltig. Zudem kannst du so auch immer besser herausfinden, was dir bei der Arbeit wirklich gefällt und was nicht. Und dass du zwischen den Jobs immer wieder mal ein paar Monate Auszeit machen und reisen kannst, ist ja auch nett.

Pro 3: Geht schnell

Mit spontanen Jobwechseln kannst du ganz schnell die Szenerie deiner Arbeitsrealität wechseln. Du brauchst keine Widerwärtigkeiten und langweilige Kollegen auszuhalten. Wie ein Schmetterling bist du ganz schnell wieder bei der nächsten Blumen am Schnuppern.

Contra 1: Keine Zeit, um herauszufinden, was du wirklich willst

Der Nachteil dieser rastlosen Arbeitswechsel ist, dass du gar nicht dazu kommst, in Ruhe herauszufinden, was du eigentlich willst. Dein Ziel ist in diesem Moment nur Schmerzvermeidung und damit auch eine klassische Mangelposition, aus der nichts Wundervolles erblühen kann.

Contra 2: Du kannst gar nie richtig ankommen

Um in einem Job wirklich anzukommen, braucht es schon 2 Jahre. Das erste Jahr ist viel Lernen, und das zweite ist dann das wirkliche Verstehen der Prozesse und Inhalte.

So weit ist es bei mir meistens gar nicht gekommen. Kaum hatte ich die Abläufe halbwegs im Griff, suchte ich mir schon die nächste Stelle, bzw. schrieb meine Kündigung ins Blaue hinaus.

Entsprechend hatte ich auch nie das Gefühl, so richtig dazuzugehören. Ich war immer die kleine, lustige Anfängerin, aber nie die kompetente Kollegin, die man mal fragen kann, wie etwas funktioniert. Gerade das Zugehörigkeitsgefühl und das Wissen um deine Fachkompetenz kann aber ein Teil von beruflicher Erfüllung sein, die du mit dem ständigen Wechseln im Keim erstickst.

Contra 3: Du treibst dein Hamsterrad noch schneller an

Gerade weil du auf dieser hektischen Flucht gar keine Zeit zum Reflektieren hast, treibst du das Hamsterrad nur noch schneller an. Du rennst von Job zu Job, bloss um die Symptome des Hamsterrad-Jobs nicht fühlen zu müssen. Diese raschen Wechsel sind Teil deines selbst erzeugten Hamsterrades und halten dich erst recht drinnen.

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Der wohlüberlegte Stellenwechsel mit Zielsetzung

Dem spontanen und raschen Stellenwechsel steht der wohlüberlegte gegenüber, bei dem du erst einmal inne hältst und reflektierst, was denn aktuell so schief läuft und vor allem: was du stattdessen lieber hättest.

Pro 1: Was willst du wirklich?

Nimmst du dir vor einem Stellenwechsel erst einmal Zeit zu reflektieren, anstatt dich gleich auf den nächstbesten Job zu stürzen, kann sich die leise Stimme in deinem Inneren melden, die dir genau sagt, wo der Weg lang geht.

Die alles entscheidenden Fragen sind:

  • Was willst du wirklich?
  • Was ist deine Vision?
  • Wie möchtest du arbeiten, für wen, mit wem?
  • Welche Veränderung möchtest du bewirken?
  • Und wenn du ganz mutig bist, kannst du auch noch die Frage nachschieben: wofür bist du auf diese Welt gekommen, was ist deine Lebensaufgabe und wann wirst du diese anpacken?

Pro 2: Langfristige und dauerhafte Wirkung

Hier kannst du den Hebel ansetzen, um dein Arbeitsleben in eine Richtung zu lenken, in die du wirklich gehen willst.

Wenn du lange genug in die richtige Richtung gehst, wirst du früher oder später dort ankommen, wo du eigentlich hin willst und dort auch dauerhaft bleiben können.

Aber eben, das funktioniert nur, wenn du vorher einmal geklärt hast, wohin du überhaupt willst. Also besser “hin zu …” als “weg von diesem freudlosen Job”.

Pro 3: Von innen gesteuert, anstatt von aussen getrieben

Trägst du in dir eine Vision davon, wie du leben und arbeiten möchtest, dient dir diese als Leitstern, dem du konstant folgst. Gerätst du kurzzeitig in Versuchung, dich auf einen nächsten Job einzulassen, wirst du ihn erst einmal prüfen, ob er dich näher an deine Vision bringt.

Dein Ziel, deine Vision, dein Leitstern – nenne es, wie es dir am liebsten ist – weist dir den Weg. Du darfst ab jetzt immer gut nach innen lauschen, anstatt dich von äusseren Umständen treiben zu lassen.

Und so bewegst du dich ganz in Ruhe und unbeirrbar auf dein Wunschleben hinzu.

Contra 1: Braucht mehr Zeit und Ausdauer

Ein wohlüberlegter Stellenwechsel mit Zielsetzung verlangt, dass du eine unangenehme Situation einfach einmal aushältst und aussitzt, bis du genau weisst, was du wirklich willst. Auf diese Weise wirst du vermutlich etwas länger in deinem freudlosem Hamsterrad-Job ausharren müssen – es sei denn, du hättest genug Erspartes, um dir eine Auszeit zu gönnen.

Contra 2: Erfordert neue Gewohnheiten

Der wohlüberlegte Jobwechsel fordert dich heraus, die Ödnis, den Stress, die Unzufriedenheit an deiner freudlosen Arbeitsstelle eine Weile auszuhalten und stattdessen gegen deine bisherigen Gewohnheiten zu handeln.

Eine neue Gewohnheit ist gefragt: an Stelle der fieberhaften Jobsuche lauschst du nach innen und nimmst wahr, was da kommt. Wohin zieht es dich? Was will aus dir raus? Was möchtest du wirklich tun mit deinem Leben?
Neue Gewohnheiten zu etablieren, ist erst einmal anstrengend und mühsam. Auch das erfordert Zeit und Ausdauer.

Fazit: Plane deinen Stellenwechsel von innen

So sehr ich dir empfehle, einen freudlosen Hamsterrad-Job schnellstmöglich hinter dir zu lassen, so sehr möchte ich dir aber auch ans Herz legen, immer vor Augen zu haben, was du wirklich willst, bevor du dich in die nächste halbgare Arbeits-Situation stürzt.

Jahrzehntelang habe ich diesen Fehler der raschen Stellenwechsel gemacht, weil ich die Routine, Monotonie und das grundlegende Gefühl von Unerfülltsein nicht aushalten wollte. Leider war mir das gar nicht bewusst, und so handelte ich nach dem Prinzip der Schmerzvermeidung und floh, sobald es unbequem wurde im Job. Das gab eine kurzzeitige Erleichterung.

Die Sehnsucht nach beruflicher Erfüllung blieb aber immer. Diesen tiefen Wunsch konnten die vielen Wechsel und auch die Reisen nicht ruhig stellen. Und so drängte mein Inneres immer mehr.

Erst als ich eine grosse Vision von meiner Arbeit und meinem Leben hatte, begann ich mein Leben in die Hand zu nehmen und Entscheidungen nach diesem Leitstern auszurichten. Erst dann begann sich etwas Grundlegendes in mir zu verändern. Der Glaube daran, dass es “selbst für mich” möglich war, eine erfüllende Arbeit zu finden.

Sei dir bewusst, dass dich eine Reihe von spontanen Stellenwechseln erst recht im Hamsterrad festhalten können, weil du immer nur das wiederholst, was du schon kennst – und doch eigentlich vermeiden wolltest.

Richtig raus aus dem Hamsterrad-Job kommst du nur, wenn du einen ganz klaren Leitstern hast, der die Fragen geklärt hat: wo willst du hin? Wie möchtest du arbeiten? Wie möchtest du leben?

Kurz: Entwirf erst eine grossartige, wundervolle Vision von deinem Traumleben – und dann darfst du gehen, raus aus deinem ungeliebten Job und hin zu deiner beruflichen Erfüllung.

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Wenn du wissen möchtest, welcher Hamsterrad-Aussteiger-Typ du bist, dann fordere den Fragebogen an, fülle ihn aus, und ich gebe dir persönliches Feedback dazu, wie auch darauf basierende Tipps zu deinem weiteren Vorgehen in Bezug auf deinen Hamsterrad-Ausstieg.